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Voll ausgestattet, modern, mit Komfort und Sicherheit

Die russischen Lada-Autobauer haben den Trend der Zeit erkannt / Preiswert, aber kein billiger Kompaktwagen

Von mdw-Chefredakteur André Wannewitz

Ich bin ein Fan des Ladas seit 1976. Mittlerweile seit 42 Jahren. Mit dem Auto meiner Eltern, einem WAS 21011, war ich mit meiner Familie einmal in Bulgarien, zweimal in der Sowjetunion zur Krim und durch den Kaukasischen Bergring nach Sotschi unterwegs, bin Tausende Kilometer als Kind durch die DDR kutschiert worden und habe in MH 45-53 in der DDR das Fahren gelernt.

Dass dort in der heute rund 720 000 Einwohner zählenden Stadt Togliatti im Oblast Samara an der Wolga immer noch Ladas produziert werden, zeigt nicht nur, dass die größte Autofabrik Russlands den Sozialismus überlebt hat, sondern vor allem, dass die russische Kultmarke mit italienischen Wurzeln im neuen Wirtschaftssystem Fuß fassen konnte. Und noch glücklicher dürften die Automobilbauer Russlands heute, fast 30 Jahre nach der Wende, sein, denn der Lada hat mittlerweile auch im Westen eine Schar von Anhängern gefunden, die von Jahr zu Jahr größer wird. Zu verdanken ist das letztlich dem französischen Autokonzern Renault, der Lada für den Markt modern macht.

Die neue Welt von Lada ist zugleich der Einstieg in eine völlig andere Lada-Familie, die – das darf ich nach einer zweiwöchigen Testphase des Vesta SW bemerken – mit nichts hinterher steht, was wir bereits von vielen aktuellen Importeuren von Kraftfahrzeugen kennen. Auch beim Geld. Wer gedacht hätte, Lada nach wie vor zu einem Spottpreis zu bekommen, irrt gewaltig. Auch da haben sich schnell die Strukturen angepasst. Ist auch gut so und richtig selbstbewusst. Weil der Vesta SW ein schmuckes Auto geworden ist, mit einem umfassenden Komfort – modern und sicher, innovativ und zuverlässig, praktisch und dennoch charmant. Warum trotzdem manche westliche Zeitgenossen immer nur nörgeln zu allem, was aus dem Osten kommt, sowohl Waren als auch Menschen, ist intellektuell zwar nicht nachvollziehbar, könnte aber damit zu tun haben, dass hier und da der Grips fehlt, gute Produkte, hervorragende Leistungen und wissenschaftlichen Fortschritt anzuerkennen.

ABS, ESP, Berganfahrhilfe, Klimaautomatik, Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer, elektrische beheizbare Außenspiegel, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, Parksensoren hinten, ein Audiosystem mit RDS, USB und AUX, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, die sich tadellos mit meinem I-Phone verbinden ließ, ein Reifendruckkontrollsystem, Tempomat, Rückfahrkamera, ein Navigationssystem Europa, eine Frontscheibenheizung und noch vieles mehr sucht man in den meisten westlichen Kompaktfahrzeugen vergeblich und ist, wenn überhaupt, nur in teuren Zubehöroptionen erhältlich.

Zur ganz selbstverständlichen Ausstattung eines Ladas SW gehört der sehr geräumige Kofferraum, eine energieabsorbierende Karosserie und komfortable Sitze. Das Lenkrad ist in Höhe und Längsrichtung verstellbar; der Fahrersitz kann auch in der Höhe verändert werden und besitzt eine Lordosenstütze. Über das Multifunktionslenkrad können das Audiosystem und der Tempomat bedient werden. Natürlich ist im neuen Lada rundum ein permanenter Schutzmodus aktiv. Dazu zählen Fahrer- und Beifahrerairbag, Seiten-airbags, die elektronische Stabilitätskontrolle (ESC) und modellabhängig eine Rückfahrkamera. Der mdw-Testwagen verfügte über ein automatisiertes 5-Gang-Schalt-Getriebe. Das ist zwar etwa anderes als ein vollständiges Automatikgetriebe, mit dem ich ansonsten unterwegs bin. Dennoch habe ich mich schnell daran gewöhnt und konnte auf den ausgiebigen Testfahrten zwischen der mdw-Redaktionszentrale in Stendal und der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt ganz und gar die Touren genießen. Fazit: Lada ist zeitgemäß geworden, ein tolles Auto zum guten Preis.