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Liebe Leser,

wer Anfang Dezember auch immer die Wahl zum CDU-Bundesparteichef gewinnt; mein Favorit, die Christdemokraten und eines Tages als Bundeskanzler auch Deutschland führen zu können, steht seit mehr als 22 Jahren fest: Friedrich Merz.

Am 16. Januar 1996 war es, als ich von der Pressetribüne des Deutschen Bundestages in Bonn einen Redewettbewerb für Nachwuchspolitiker erlebte, den der Christdemokrat Merz haushoch für sich entschied. Der Sauerländer redete an diesem Tag alle Mitbewerber aus den anderen Parteien in Grund und Boden. Keiner, nicht einer von denen, hatte den Mut, die Courage, den Intellekt und den politischen Weitblick, sich aus dem Stegreif mit prioritäten politischen Gestaltungsfragen für Deutschland auseinander zu setzen und gleichzeitig das Wagnis zu wagen, sich damit in die politische Streitkultur mit den Älteren einzubringen.

Friedrich Merz hatte es mit seinen damals 40 Jahren geschafft, in die geistige Elite der Unionsfraktion aufzusteigen und blieb sich, in allem, was er vermochte, auch über alle Niederlagen in der politischen Arena hinweg, die er persönlich einstecken musste, selbst treu. Dass die IHK Magdeburg in diesem Jahr zu ihrem Neujahrsempfang Friedrich Merz als Festredner gewinnen konnte, war nicht nur für mich als Zuhörer eine große Freude. Mehr noch: Merz begeisterte die Wirtschaftselite im Norden Sachsen-Anhalts mit seiner Rede derart, dass es für sich spricht, wenn Merz vor allem von der deutschen Wirtschaft mit großem Vorsprung gegenüber anderen als Favorit für Deutschland gesehen wird.

Dass genau mit den Bewerbungen von Friedrich Merz und anderen Personen für den CDU-Vorsitz jetzt innerparteiliche Herausforderungen aufkamen, die die Union noch nie gewohnt war, lässt sich für mich in etwa mit der Wendezeit in der DDR vergleichen, als die SED ihren in der Verfassung verankerten Führungsanspruch verlor. Merkel hat zu lange allein über Wohl und Wehe der CDU und Deutschlands entschieden. Jetzt wird es sogar schon als Tabubruch bezeichnet, wenn Merz ausspricht, das in Deutschland in der Verfassung garantierte Asylrecht in einen europäischen Kontext stellen zu wollen. Doch zugleich hat es – mit meiner DDR-Erfahrung im Kopf – schon etwas Merkwürdiges auf sich, wenn die CDU-Altvorsitzende in der Frage der Haltung zum Migrationspakt, Mitbürger mit anderer Meinung dazu als nationalistisch einstuft oder eine solche Debatte verbieten will – nach der Manier der DDR-Oberen: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.

Klar ist für mich: Wer darauf vertraut, dass die ausländischen Migranten, die zu uns kommen, Fachkräfte sind, wird bald eines Besseren belehrt. Fachkraft ist ein viel zu hochtrabendes Wort für die heute nach Deutschland kommenden und um Asyl bittenden Ausländer. Und wird obendrein der Realität kaum gerecht. Wenn schon, dann ist eine Fachkraft qualitativ nichts anderes als ein Mensch mit Facharbeiter-Brief. Also Arbeiterklasse. Durchschnittsintelligenz. Etwa die Masse. Die meisten Migranten, die nach Deutschland einstürmen, können aber diese berufliche Einstiegsausbildung gar nicht belegen. Wer also in Deutschland personalisierte ausländische Massen für dringend gebraucht hält, hat aus meiner Sicht unseren Staat als Land der Ideen und der Zukunft längst aufgegeben.

Auf der anderen Seite scheint es mir politisch hochgefährlich zu sein, sich mit weltweiten Völkerwanderungen nach Deutschland auf Dauer abzufinden. Wer das tut, verkennt die grundsätzliche Struktur der Welt, die im Namen der Menschheit, die weiter leben will, so bleiben soll, wie sie ist. Ob der UNO-Migrationspakt gut oder schlecht ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Fest steht jedoch, dass vor einer Unterzeichnung Geist, Ohren und Augen hellwach und weit geöffnet sein sollten, um gerade wirkungsvoll verhindern zu können, was Kritiker voraussagen, dass dieser lose Pakt der Weltorganisation dem Flüchtlingsstrom nach Europa und nach Deutschland bedingungslos Tür und Tor öffnen könnte.

Ein herzliches Glück auf!

André Wannewitz