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Liebe Leser

wird zwischen dem alten West-Politfuchs Seehofer (CSU) und der jungen ostdeutschen Ministerin Giffey (SPD) ein Keil instrumentalisiert, weil der eine noch nicht und die andere schon in Chemnitz war? Natürlich hätte der Bundesinnen- und Heimatminister unverzüglich vor Ort sein müssen. Aber viel wichtiger scheint mir die Frage zu sein: Wann kommt endlich die Bundeskanzlerin? Die Einwohner warten auf ihre Worte und ihr Handeln!

Trotzdem: Welche Partei, das frage ich hier ganz entschieden, hat denn derzeit überhaupt schlüssige Antworten auf die drängendsten Fragen der Zeit? Egal, was einer denkt, tut oder sagt, ob dafür oder dagegen – gestern Chemnitz in Sachsen, heute Köthen in Sachsen-Anhalt. Und morgen!? Gerade höre ich von einem Überfall in Tangermünde. 21 Jugendliche im Alter zwischen 17 und 23 Jahren, die aus Syrien und Afghanistan kommen, haben deutsche Burgfestbesucher mit Fußtritten und Schlägen attackiert und später im Zug randaliert.

Ich bin grundsätzlich nicht dabei, wenn hier in der politischen Debatte jeder jedem Versagen in die Schuhe schiebt und sein Gegenüber als seinen Feind instrumentalisiert. Auf die Angriffe und Mahnungen von SPDlern wie Stegner und Co., von Grünen wie Baerbook und Co. und auch von den Linken wie Kipping und Co. kann verzichtet werden. Denn wahr ist, die Weisheit hat keiner mit Löffeln gefressen. Und mit Klugscheißerei und Besserwisserei ist noch keine einzige Schlacht gewonnen worden. Ich empfehle denen, die stets schneller mit dem Mund und langsamer mit der eigenen Tat daherkommen, unverzüglich Lektionen in Disziplin und Ordnung zu erlernen.

Und schon bin ich bei einem ungewöhnlichen Ehepaar, deren neueste Ideen viele Menschen sehr reserviert gegenüberstehen, weil die Verfasser der Thesen Wagenknecht und Lafontaine heißen. Will Lafontaine als Rentner aus dem Saarland noch einmal aufhorchen lassen? Mit der wievielten Ehefrau gründete er die Sammelbewegung „Aufstehen", die nach eigenem Bekunden das Vertrauen der Bevölkerung in politische Entscheidungsträger zurückgewinnen soll? Innerhalb kürzester Zeit habe die Initiative deutschlandweit über 100 000 Unterstützer angesammelt, ist zu hören.

Ich habe das „Aufstehprogramm" bislang nicht gelesen. Weil ich mich frage, wem soll das dienen, wenn sich die amtierende Vorsitzende der Linksfraktion im Deutschen Bundestag von ihrer Partei abnabelt und mit eigenen Initiativen in einer neuen politischen Sammlungsbewegung glänzen will. Und ich frage die Führung der Linkspartei direkt: Wie lange wollen Sie sich von Wagenknecht und Lafontaine vorführen lassen? Fakt ist: Je länger die Linken diesem Treiben freien Lauf lassen, desto schneller setzt sich die Partei selbst auf‘s Spiel. Es geht sicher bald um die Existenzfrage. Und spätestens da, bin ich der felsenfesten Überzeugung, müssen die beiden Linksparteivorsitzenden Kipping und Riexinger kapitulieren, weil ihr Denken und Tun aus meiner Sicht nicht ausreichen, um dem Intellekt von Sahra Wagenknecht was Höheres entgegen zu setzen. Gerade weil Wagenknecht sicher niemanden in der Linkspartei intellektuell fürchten muss, ist sie davon überzeugt, ohne Unterlass ihre Absichten durchsetzen zu können. Am Ende wird es einen Gewinner und einen Verlierer geben.

Ich gehe drei Schritte weiter. Das mag nicht eintreten, weil die Sammelbewegung keine Partei ist. Doch, was heute nicht ist, kann ja noch werden. Ich bin fest davon überzeugt, sollte es nach der Ära Merkel noch einmal eine ostdeutsche Frau in das Amt der Bundeskanzlerin schaffen können, dann wäre Sahra Wagenknecht diejenige, der ich das mit besten Chancen auf Sieg zutraue. Vielleicht hat Wagenknecht ihre Linkspartei inzwischen schon selbst aufgegeben und will mit neuem linken Feuer die Demokratie und den Staat retten? Insofern könnte sogar der Umkehrschluss richtig sein: Auf Stillstand kommt Bewegung. Sahra Wagenknecht aus Jena schafft es. Und wir erleben ein zweites deutsches Ost-Wunder. Ist allemal souveräner, als Deutschland eines Tages den Alternativen überlassen zu müssen.

Ein herzliches Glück auf!