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"Die Politik hat Innovationen in Deutschland verschlafen"

Aktuelles Gespräch mit Holger Thorsten Schubart, Geschäftsführer der Neutrino Deutschland GmbH

mdw: Herr Schubart, die Unternehmen NEUTRINO INC. in den USA, die Neutrino Deutschland GmbH und die Neutrino ENERGY Forschungs- und Entwicklungs UG arbeiten gemeinsam als Neutrino Energy Group daran, aus kosmischer Strahlung elektrischen Strom zu gewinnen. Weltweite Forschungen konnten jetzt wichtige Nachweise und Erkenntnisse erbringen, die das Potenzial haben, das weltweite Energieauskommen für die Zukunft sicherzustellen. Um was handelt es sich konkret?

Holger Thorsten Schubart: Der bald hinter uns liegende Sommer 2018 war eine sehr heiße und trockene Zeit. Es zeigt sich jetzt mehr und mehr, dass sich unser Klima deutlich verändert. Die Ursachen dafür – das kann kaum noch einer verleugnen – liegen daran, dass wir ein Jahrhundert lang klimaschädliche fossile Brennstoffe verfeuert haben und damit unzählige Schadstoffe und Millionen Tonnen CO2-Treibhausgase in die Umwelt gepustet haben.
Wir verstehen uns als Neutrino Deutschland GmbH so, mit unserer Technologie in den nächsten Jahrzehnten eine Veränderung der Klimapolitik herbeiführen zu können und widersprechen damit der Aussage von Bundeswirtschaftsminister Altmaier, der vor Kurzem behauptete, dass Deutschland neue Stromtrassen benötige. Er selbst wolle den Netzausbau massiv voranbringen.
Wir denken, dass es in Zukunft zu einer dezentralen Energieversorgung kommen muss, denn es kann nicht sein, dass wir weitere tausende Kilometer Strommetze planen, obwohl man doch mittlerweile weiß, dass die Zukunft kabellos sein wird. Ich denke, hier denkt die Politik zu kurz voraus. Die Weichen, die heute gestellt werden müssen, sollten unbedingt schon die Bedürfnisse in 20 oder 30 Jahren berücksichtigen.

mdw: Versteht sich die Neutrino-Technologie als Bestandteil der Erneuerbaren Energien oder als zusätzlichen Energieträger? Oder wollen Sie das bestehende Energiesystem damit abschaffen?

Holger Thorsten Schubart: Es ist klar, das System, wie es heute steht, also die Verbrennung fossiler Energieträger, wie Öl oder Gas und Atomstrom, wird auch noch in zehn oder zwanzig Jahren Bestand haben. Aber es kommen zusätzliche Möglichkeiten hinzu, sinnvolle Ergänzungen. Und dazu zählen wir uns mit unserer Neutrino-Technologie. Wir werden uns den bestehenden Energieversorgungssystemen und den bereits etablierten alternativen Energietechnologien, wie Wind und Solar, mit unserer neuartigen Technologie einfügen. Es ist doch auch eine Art Solartechnologie, die jedoch nicht das sichtbare Spektrum der Strahlungen, sondern unsichtbare Strahlen in Energie wandelt. Das allerdings mit dem gewaltigen Vorteil: 365 Tage, 24 Stunden. Denn die nichtsichtbare Strahlung erreicht uns permanent auch bei völliger Dunkelheit.
Wichtig ist zu betonen, dass keine Neutrinos eingefangen werden, sondern dass eine Mikrovibration in kleinsten Nanopartikeln erzeugt wird – und diese Bewegungsenergie von Elektronen auf einem metallischen Träger Strom darstellt. Das System (eine dezentrale Energieversorgung) funktioniert natürlich nur dann, wenn man sich vorstellt, dass man Energie immer und überall haben kann, da, wo man sie benötigt. Also nicht auf der grünen Wiese ein Neutrino-Megawatt-Kraftwerk bauen, sondern dass wir mit dieser neuartigen Technologie den geringen Strom immer dort aus der Strahlung wandeln, wo er benötigt wird. Dieser geringe Strom aber reicht, um Elektrogeräte des täglichen Gebrauches von einem Handy über ein Elektroauto bis hin zu Haushaltsgeräten zu versorgen. Wenn man all diese kleinen Energiemengen aufeinander addiert, kommt man letztendlich auf die selben Megawatt, die eine Großstadt derzeit aus den Netzen zieht. Entscheidend ist, dass man bei diesem neuartigen Verfahren im Grunde Kabel- und Stromnetze gar nicht mehr benötigt. Vielleicht vergleichbar mit der früheren Fernwärmeversorgung der großen ostdeutschen Wohnungsbaugesellschaften, welche von/mit einem großen Blockheizkraftwerk tausende Wohnungen mit Wärme versorgt haben. So bekommt heute in der Regel jeder Einzelne individuell seine Wärme über eine eigene Gastherme oder Ölbrennkessel zur Verfügung gestellt.

mdw: Ihre Forschungen feiern mittlerweile ein kleines Jubiläum? Wie fing alles an? Wo stehen Sie heute?

Holger Thorsten Schubart: Seit zehn Jahren sind wir mit unserem Forschungsthema Neutrino dabei. Die Forschungen starteten wir 2008, wo man noch gar nicht wusste, dass es um Neutrino geht. Es ging damals um die Verbesserung von Solarzellen im Bereich der normalen Photovoltaik. Die verwendeten Materialien wurden immer kleiner. Man hat mit Kohlenstoff-Derivaten und anderen dotierten Materialien angefangen zu arbeiten und festgestellt, dass keine Vorteile für die Solarzellen zu erzielen waren, weil die Materialien instabil wurden. Es kam zu einem Effekt atomarer Vibrationen und Resonanzen in den Partikeln.
Wir haben in unseren Laboren weitergeforscht und 2012 dem Kind einen Namen gegeben, nämlich „Neutrino Energy" als Oberbegriff für die Wandlung vom nichtsichtbaren Strahlenspektrum und ausdrücklich nicht nur Neutrinos in elektrischen Strom. In den Laboren wurden am Anfang nur kleinste Strommengen gemessen. Dann ging es darum, woher kommt dieser Effekt, und wie lässt sich die Strommenge vergrößern, damit eine Lampe brennt. Die Lampe brennt heute und steht damit stellvertretend für jedes andere Elektrogerät, weil man die Strommenge, die pro Quadratzentimeter gewandelt wird, hochrechnen und skalieren kann.
Inzwischen arbeiten wir weltweit mit einem Kreis von Wissenschaftlern zusammen, um aus den gewonnenen Erkenntnissen Technologien für den täglichen Gebrauch zu entwickeln. In unseren Laboren können wir heute sogar schon erste kleine Prototypen herstellen. Der Verkauf eines Produktes macht aber umfangreiche industrielle Fertigungen, also die Überführung in eine industrielle Produktion nötig. So weit sind wir noch nicht. Zudem müssen wir unsere Technologien schützen und haben derzeit umfangreiche Patente und Rechte angemeldet.
Wenn man sich 20 Jahre zurückerinnert: Ehe das erste Windrad aufgestellt wurde, wurde vorher jahrelang im Kleinen getestet und ausprobiert. Daraus hat sich dann bis heute eine ganze Industrie entwickelt. Insbesondere in den neuen Bundesländern sind diese Windräder allgegenwärtig. Das Gleiche gilt ein paar Jahre zurück für die ersten Solarzellen; mit Taschenrechnern fing es in den 1970iger Jahren an, und heute sieht man Megawatt Solarparks überall in der Landschaft. Und so sehen wir unseren Weg für die Zukunft auch. Ich bin überzeugt: Aus den heutigen Ergebnissen in den Laboren wird sich in den kommenden Jahren und Jahrzehnten ein völlig neuer Industriezweig entwickeln, den wir aber nicht aus eigener Kraft aufbauen, sondern wir wollen natürlich mit Unternehmen, wenn möglich überwiegend am Standort Deutschland, eine erste Produktion für diese neuartige Technologie auf die Beine stellen.

mdw: Sie haben sich bereits mehrfach und auch öffentlich beklagt, dass Ihre Forschungsvorhaben zu wenig vom politischen Deutschland erhört und unterstützt werden. Worum geht es Ihnen im Detail?

Holger Thorsten Schubart: Mein Eindruck ist: Die Politik setzt nur das um, was sie bereits kennt. Die Politik unterstützt heute, wie man am Breitbandausbau sieht, Technologien, die dem Wissensstand von vor zehn Jahren entsprechen. Auch hier ist man technisch viel weiter. Trotzdem wird noch die Dinosauriertechnologie als das Nonplusultra dem Bürger verkauft. Auch bei unserer Technologie ist es ähnlich. Die Politik hat einfach noch nicht erkannt, was der Nobelpreis in Physik 2015 bedeutet. Hier gibt es bahnbrechende Erkenntnisse. Die Technologie, die darauf fußt, ist realisierbar und bedeutet wahnsinnig viele neue Chancen. Aber es verlangt auch ein radikales Umdenken. Dazu ist unsere Politik jedoch nicht bereit. Sie ist eher schwerfällig, wenn es darum geht, neue wissenschaftliche Erkenntnisse schnell umzusetzen. Ein großes deutsches Problem ist, dass andere Länder, die nicht diese starren gefestigten Strukturen haben, wesentlich flexibler auf derartige neue Erkenntnisse und mögliche neue Technologien reagieren können. Meine Befürchtung ist, wenn wir nicht aufpassen, nehmen uns diese Länder für die Zukunft weitere Arbeitsplätze in Deutschland weg.
Wir standen bereits im Büro des früheren Bundesverkehrsministers Dobrindt und haben dort mit Partnern verschiedene Präsentationen vorgeführt. Unser Eindruck ist, dass eine positive Wahrnehmung des einzelnen Verantwortlichen schon dagewesen ist, aber man sich politisch nicht traut, das Thema aufzugreifen und mit zu entwickeln, da es natürlich zu radikalen und erheblichen Veränderungen kommen wird.
Unser Wunsch ist es, vor allem bei den Abgeordneten Gehör zu finden, die ein technisches Verständnis haben, um sich mit der Thematik intensiv zu befassen. Und die sich nicht dem Wolfsgeheul der nein-sagenden Lobby der etablierten Systeme weiter anschließen wollen und die Dinge tief hinterfragen. Denn die Messergebnisse sind eindeutig, und man sollte insbesondere doch mal den Wissenschaftlern zuhören, welche neue Techniken darstellen und demonstrieren können und nicht warten, bis deren Ergebnisse direkt ans Ausland gereicht und/oder in Schubladen von Verhinderern verstaut werden. Erkenntnisse zum Wohle der Allgemeinheit weiter zu negieren, weil man andere Interessen schützt, halte ich für grob problematisch und unethisch.

mdw: Der frühere Bundesverkehrsminister Günther Krause arbeitet nunmehr bereits seit vier Jahren mit der Neutrino Deutschland GmbH zusammen. Er ist Hochschulprofessor und Wissenschaftler. Wie ist Krause in Ihrem Unternehmen eingebunden?

Holger Thorsten Schubart: 2014 ist Herr Professor Krause bei uns eingestiegen. Er hat sehr schnell erkannt, was sich hinter der Neutrino-Technologie verbirgt und welche Möglichkeiten sich der Gesellschaft bieten – und dafür große Begeisterung entwickelt.
Persönlich bedauere ich sehr, dass – obwohl er unglaubliches Fachwissen hat – seine Qualitäten als Wissenschaftler in der deutschen Öffentlichkeit gar keine Rolle spielen, sondern vielmehr seine politische Vergangenheit als Verkehrsminister und Unterhändler des deutsch-deutschen Einigungsvertrages wahrgenommen und thematisiert wird. Zudem wurde Professor Krause als ehemaliger Politiker instrumentalisiert, um dem Thema Neutrino-Technologie zu schaden und unser Unternehmen aufzuhalten.
Ich persönlich kann aus meiner Sicht zu den aktuellen Vorwürfen gegen Herrn Krause sagen: Wären wir als Neutrino-Unternehmen nicht massiv behindert worden, dann hätte Herr Krause alle seine finanziellen Verpflichtungen erfüllen können. Ich muss ganz klar sagen: Gegen die Neutrino Deutschland GmbH ist man mit zersetzenden Methoden vorgegangen. Wir wehren uns mit aller Kraft, was aber enorme Mittel und Kapazitäten bindet und uns nicht zuletzt von unseren eigentlichen Zielen abhält.
Künftig wird von Professor Krause eine Überführung der wissenschaftlichen Erkenntnisse in eine industrielle Fertigung zu entwickeln sein. Das bedeutet, dass die Neutrino Deutschland GmbH zusammen mit Partnern aus den uns heute vorliegenden Laborergebnissen den nächstgrößeren Schritt macht. Es wird eine Maschine auf den Weg gebracht, die die neuartigen Neutrino-Energiezellen industriell fertigt.

mdw: Neutrino-Energie ist Zukunftsenergie. Ihr revolutionärer Charakter wird das bestehende Energiesystem ins Wanken bringen. Noch sind Sie von einer industriellen Anwendung, die die Technologie für die gesamte Energieversorgung der Menschheit nutzbar macht, weit entfernt. Wichtige Schritte sind aber schon heute getan. Welche sind das?

Holger Thorsten Schubart: Theoretisch kann die Technologie, wenn sie erst in der industriellen Fertigung ist, in jedem Elekrogerät weltweit Einzug halten. Angefangen von einem Hörgerät oder Herzschrittmacher, auch bei Mobiltelefonen oder Computern, bis hin zu großen Elektrogeräten, wie Elektroautos. Diese Erkenntnis alleine ist schon eine unglaubliche Revolution, denn birgt es auch die Chance, sich langfristig von den Abhängigkeiten anderer Länder zu befreien, bei denen Deutschland, die deutschen Verbraucher, teuer deren Rohstoffe noch kaufen müssen.
Die Forschung und Entwicklung wird voranschreiten, und in Zukunft können wesentliche geopolitische Konflikte um Rohstoffe (wie z. B. Öl, Gas, sauberes Trinkwasser) durch den Einsatz von Neutrino-Energie gemindert oder ganz vermieden werden. Wir werden nach der Fertigstellung der Prototypen die Industrie einladen, ihre bestehenden Fertigungslinien auf diese Technologie anzupassen, um in Zukunft auch Elektrogeräte ohne Stromkabel liefern zu können. Wann genau das sein wird, ist eine Frage der Finanzierbarkeit der Vorproduktionsstrecke. Nochmal: Wir wären schon wesentlich weiter, hätte man uns nicht viele Knüppel zwischen die Beine geworfen, um unseren Unternehmens- und Projektaufbau zu behindern.
Nichtdestotrotz wird man unser technologisches Vorhaben aber nicht aufhalten können, weil diese Erkenntnisse über die Möglichkeiten der Neutrino Technologie mittlerweile auch im Ausland bekannt sind. Durch die immer knapper werdenden Ressourcen müssen Alternativen für die Zukunft gefunden werden. Die Strahlungsmenge (sichtbare und nicht sichtbare Strahlung), die uns jeden Tag völlig ungenutzt erreicht, reicht rechnerisch für viele tausend Jahre Energiebedarf und bietet mehr Energie als alle verbleibenden fossilen Brennstoffe auf der Erde zusammen. Ein logischer Schritt für die Gesellschaft muss sein, sich diesen Ressourcen weiter zu nähern. Wenn Sie so wollen – das Ölfeld der Zukunft liegt über uns, millionenfach größer und gerechter verteilt als bisher.

mdw: Zu den Visionen Ihres Unternehmens gehört auch, in die Elektromobilität einzusteigen. Was haben Sie da vor?

Holger Thorsten Schubart: Den nächstgrößeren Entwicklungsschritt, den wir als Unternehmen gehen wollen, ist die Pi-Elektromobilität. Wir wissen: Die heutige Elektromobilität mit den Ladesäulen und geringen Reichweiten hat bei der Bevölkerung noch immer nicht die notwendige Akzeptanz. Ich denke, unsere Pi-Technologie, die wir als Neutrino-Unternehmen besitzen, ist eine Technologie, die bei Automobilherstellern Einzug halten kann und soll.
Wir wollen keine eigene Automobilfabrik bauen, denn das wäre vermessen. Wir wollen mit einem Automobilhersteller zusammenarbeiten, egal wo dieser sich auf der Welt befindet, der unsere Pi-Technologie in seinen Fahrzeugen verbaut. Wir laden natürlich die deutschen Automobilhersteller zuerst ein, mit unserer Technologie ihre Elektroautos in Zukunft zu versorgen, damit diese nicht mehr an den Ladesäulen hängen müssen.
Wir stellen uns dabei ein sehr leichtes Elektrofahrzeug vor, bei dem die zukünftigen Karosseriebestandteile nicht mehr aus Blechen, sondern aus Karbon, also aus Kohlestoffverbundmaterialien, bestehen und die Energiewandler integriert werden können. So würde eine ausreichend große physikalische Oberfläche geschaffen werden.

mdw: Wie wir hören, stößt die Neutrino-Technologie im Ausland schon auf große Akzeptanz, vor allem in China. Das sollte Sie doch freuen, oder?

Holger Thorsten Schubart: Ja, das freut mich. Es gibt von dort nicht nur Angebote, sich an unserem Unternehmen zu beteiligen, sondern auch Angebote, die Produktionsstrecken auf bestehende Batteriefabriken aufzusatteln.
Wenn in China eine solche Fabrik entsteht, werden dort Tausende von Arbeitsplätzen geschaffen. Das sind dann aber Tausende Arbeitsplätze, die hier bei uns in Deutschland nicht entstehen werden. Bereits in der Batterietechnologie für Elektroautos kaufen deutsche Autobauer diese fast ausnahmslos im Ausland zu. Dieses Beispiel zeigt bereits, dass in Deutschland die Forschung und Entwicklung von Batterietechnologien verschlafen wurde. Wir als Neutrino Deutschland-Team – zusammen mit all seinen Unterstützern – sind trotzdem hoffnungsvoll. Viele kreative Köpfe bieten auch in unserem Land eine Ressource, auf die wir stolz sein können und auf die wir setzen wollen.

Mit Holger Thorsten Schubart sprach mdw-Chefredakteur André Wannewitz