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Gelingt der Kohleausstieg?

Vor 20 Jahren ging in Schwarze Pumpe das damals weltweit modernste Braunkohlekraftwerk ans Netz / Bundesregierung setzt Kohlekommission ein / Was wird aus der Lausitz in Brandenburg? / Ministerpräsident Woidke optimistisch

Den 3. Juni 1998 wird man in der Lausitz immer in Erinnerung behalten. An diesem Tag wurde hier Industriegeschichte geschrieben, einmalig innovativ und zukunftsorientiert: Das damals modernste Braunkohlekraftwerk der Welt mit einer Leistung von 1 600 Megawatt ging im brandenburgischen Schwarze Pumpe (heute ein Ortsteil von Spremberg) nach vierjähriger Bauzeit ans Netz.

Damit war Schwarze Pumpe nach der Wende das erste Lausitzer Braunkohlekraftwerk, das auf der Grundlage neuer, umweltschonender Technologien geplant und errichtet wurde: stickoxidarme Verbrennung, Rauchgasentschwefelung, Staubabscheidung mit E-Filtern. Obgleich die Kraftwerksprozesse damit aufwändiger wurden, erreichte Schwarze Pumpe als eine der ersten Anlagen auf Braunkohlebasis einen Wirkungsgrad von 40 Prozent. Das heißt, aus einem Kilogramm Braunkohle konnte fortan mehr Energie gewonnen werden. Die CO2-Emissionen je erzeugter Kilowattstunde sanken.

Zuverlässig Energie aus der Lausitz
Im Kraftwerk Schwarze Pumpe verstromt die Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG) als Nachfolgeunternehmen des Vattenfall-Konzerns Rohbraunkohle aus den nahe gelegenen Tagebauen Welzow-Süd, Nochten und Reichwalde. Bei Volllast benötigen die Kraftwerker täglich rund 36 000 Tonnen Braunkohle. Im Prozess der Stromerzeugung wird heißer Dampf ausgekoppelt. Einen Teil liefert LEAG als Prozessdampf an benachbarte Industriebetriebe. Im Veredlungsbetrieb der Lausitz Energie Bergbau AG wird er beispielsweise für die Trocknung von Braunkohle bei der Brikettherstellung genutzt. Einen anderen Teil des Dampfes wird in Fernwärme umgewandelt und damit der Industriepark Schwarze Pumpe sowie die Städte Hoyerswerda und Spremberg versorgt.