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Das Atom-U-Boot-Projekt der EWN

Im Rahmen der Initiative „Globale Partnerschaft“ der G8-Staaten realisierte die Energiewerke Nord GmbH (jetzt EWN Entsorgungswerk für Nuklearanlagen GmbH) im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums von 2003 bis 2015 das internationale Großprojekt „Entsorgung russischer Atom-U-Boote“.

 

Mit dem Ende des Kalten Krieges und der massenhaften Reduzierung der Waffenarsenale der ehemaligen Sowjetunion entwickelte sich der Umgang mit der vorrangig auf russischem Territorium stationierten Atom-U-Boot-Flotte zu einem Schlüsselproblem der Abrüstung.

Mehr als 150 Atom-U-Boote und Schiffe der Serviceflotte wurden allein auf der Kola-Halbinsel in Nordwestrussland ausgemustert. In der Russischen Föderation gab es keine Strategie zur weiteren Entsorgung der U-Boote und kein Entsorgungs-Know-how, um eine zuverlässige und ökologisch sichere Beseitigung dieser Hinterlassenschaften des Kalten Krieges zu organisieren. Dies stellte eine große Gefahr für Sicherheit und Umwelt in Nordeuropa und der Arktischen See dar.

Unter dem Eindruck der Terroranschläge vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York vereinbarten die Staatschefs der G8-Staaten im Juni 2002 auf ihrem Gipfel in Kananaskis/Kanada als Beitrag zum Kampf gegen den Terrorismus eine „Globale Partnerschaft gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und -materialien". Dafür sollten durch die G8-Staaten 20 Milliarden US-$ vorrangig Russland zur Sicherung und Entsorgung der riesigen Arsenale von atomaren und chemischen Waffen, von abgebranntem Kernbrennstoff und anderem radioaktiven Abfall aus Armeebeständen zur Verfügung gestellt werden.

Im Oktober 2003 unterzeichneten Deutschland und Russland ein Abkommen zur „U-Boot-Entsorgung".

Am 18. November 2003 beauftragte das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) die Energiewerke Nord GmbH (EWN) mit der Leitung und der technischen Umsetzung dieses Großprojektes. Für dieses Vorhaben wurde ein Gesamtbudget von 600 Mio. € veranschlagt.

In Abstimmung mit der russischen Seite wurde durch das BMWi und die EWN der Schwerpunkt auf die Region Murmansk in Nordwestrussland gelegt.

(Vollständiger Text in mdw-Print.)