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Unternehmer-Rundtische ein wichtiger Teil der Konferenz

Aktuelles Gespräch mit Hans-Joachim Welsch, Vorsitzender des Ausschusses für Rohstoffpolitik des Bundesverbandes der Deutschen Industrie

mdw: Herr Welsch, fast 500 wichtige Entscheider und Meinungsführer haben auf der 9. Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz ein machtvolles Bekenntnis dafür abgegeben, nicht nur gegenseitig Handelspartner zu sein, sondern die langjährige strategische Partnerschaft wieder und weiter zu leben. Haben sich Ihre Erwartungen an die Konferenz erfüllt?

 
Hans-Joachim Welsch: Allerdings. Wir haben zahlreiche hochrangige Politiker und Wirtschaftsvertreter aus Russland und Deutschland zusammengebracht. Deren Teilnahme war ein ausdrücklicher Beweis dafür, dass wir mit der Rohstoff-Konferenz eine einmalige Dialogplattform zwischen Russland und Deutschland bieten, die besonders in einer politisch angespannten Situation, so wie wir sie jetzt erleben, wichtiger denn je ist.

Besonders gefreut habe ich mich über die 150 jungen Nachwuchswissenschaftler, die aus beiden Ländern gekommen sind, um miteinander zu diskutieren und Kontakte zu knüpfen. Immerhin liegen die Wurzeln des Deutsch-Russischen Rohstoff-Forums im Hochschulbereich. Das Rohstoff-Forum wurde 2006 von der Bergakademie Freiberg und der St. Petersburger Bergbauuniversität „Gorny" – den ältesten Montanhochschulen der Welt – gegründet.

mdw: Sie haben auch in diesem Jahr die Tradition des letzten Jahres in St. Petersburg fortgesetzt, dass die besten russischen Studenten bzw. Doktoranden mit dem Preis der Saarländischen Stahlindustrie ausgezeichnet wurden, in Würdigung ihrer herausragenden wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der „Rohstoffe" und dem damit verbundenen ökonomischen Nutzen.

 
Welsch: Ja, dem ist so. Im letzten Jahr hat die Preisverleihung eine so positive Resonanz gefunden, dass wir uns entschieden haben, auch in diesem Jahr die besten Studenten bzw. Doktoranden auszuzeichnen. Unser Preis unterstützt einen der Schwerpunkte des Deutsch-Russischen Rohstoff-Forums, die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Ich bin überzeugt: Die Zukunft der Rohstoffbranche ist schließlich dann gesichert, wenn jüngere hochkompetente und motivierte Leute sich für diesen Sektor entscheiden.

mdw: Russland, das war auf der Konferenz spürbar, ist nachhaltig interessiert, mit Deutschland den Dialog zu führen. Aber auch die deutsche Wirtschaft will mit Russland weiter zum gegenseitigen Vorteil arbeiten. Haben sich die Teilnehmer des Forums zu Projekten und Vorhaben verabreden können, die Rohstoffpartnerschaft, aber auch den wissenschaftlichen und kulturellen Austausch zu intensivieren?

 
Welsch: Ja, es wurden zahlreiche intensive Diskussionen geführt, beispielsweise in unserem Panel „Deutsch-Russischer Energie- und Rohstoffdialog". Dort haben sich die Teilnehmer über die Weiterführung des Dialogs und der Zusammenarbeit im Energiesektor ausgetauscht.

Aber auch die Unternehmer-Rundtische waren ein wichtiger Teil der Konferenz. Deutsche und Russische Wirtschaftsvertreter haben intensiv über Themen wie Kreislaufwirtschaft sowie Sicherheit und Umwelt diskutiert.

Am Rande der Konferenz fanden auch zahlreiche Gespräche statt, und wir haben durchweg von allen Teilnehmern ein positives Feedback bekommen.

mdw: Welche Erwartungen hat die Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz an die Politik formuliert?

 
Welsch: Der Politik haben wir mit auf den Weg gegeben, dass es für das Verhältnis zwischen Russland und Deutschland wichtig ist, Dialogforen wie das Deutsch-Russische Rohstoff-Forum und der Petersburger Dialog sowie Ostausschuss der Deutschen Industrie stärker zu unterstützen, damit der Dialog zwischen beiden Ländern intensiviert wird.

Wir wollen die politischen, wirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Beziehungen zu Russland verbessern und stehen für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit.

 Mit Hans-Joachim Welsch sprach mdw-Chefredakteur André Wannewitz