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Logo der IBP-Group leuchtet in Kiew

Internationales Begegnungszentrum Kirchmöser Top-Adresse in Europa

 

Mitten im Zentrum der Hauptstadt Kiew leuchtet das große Logo und strahlt weithin auf ein europäisches Projekt der deutsch-ukrainischen Zusammenarbeit in der Beratung und Projektentwicklung. Die deutsche „IBP Group", ein Unternehmen des früheren Bundesverkehrsministers Günther Krause, und die DECPM Consult unter Leitung von Maryna Chumachenko weihten kürzlich in der Metropole der früheren Sowjetrepublik ein gemeinsames Büro ein und wollen darin fortan Themen bearbeiten, die zum großen Teil ihren Ursprung im brandenburgischen Kirchmöser haben. Hier unterhält die IBP GmbH ihre Deutschlandzentrale, und hier arbeitet seit 2008 unter Leitung Krauses ein Internationales Begegnungszentrum für Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung.

 

„Vom Standort Brandenburg an der Havel verfolge ich das Ziel, schrittweise internationale Kontakte aufzubauen und im traditionellen Wirtschaftsstandort mit großer Eisenbahnhistorie eine Technologie- und Bildungshochburg zu etablieren." Während Kirchmösers Industriegebiet in beeindruckender Weise die deutsche Geschichte der letzten 100 Jahre widerspiegelt, sei es Krauses Worten zufolge in den letzten vier Jahren gelungen, aus dem kleinen Ortsteil auf einer idyllisch gelegenen Insel ein technisch-technologisches Brillant für Innovation und Zukunft zu entwickeln. „So wurden unterschiedliche Themen national wie international bearbeitet, die sich mit modernen Softwareentwicklungstechnologien, neuen Methoden im Bau von Eisenbahninfrastruktur oder auch modernen Feuer-Löschtechnologien mit minimiertem Wasserverbrauch befassen. Die Freiwillige Feuerwehr in Brandenburg-Kirchmöser konnte zum Beispiel ein Löschsystem als Sponsorengabe eines IBP-Partners übernehmen."

 

Das Jahr 2012 stand für die IBP GmbH ganz im Zeichen der Energiewende. Ihre Chancen nachzuweisen, aber auch ihre Risiken zu kennen, darum drehte sich das Wirtschaftskarussell des Unternehmens, etwa um die Speicherung von Elektroenergie bei Umwandlung von festem Kohlenstoff in Rohöl und um „Leuchtende Farben" als Alternative zu Energiesparlampen und LED-Leuchtmitteln. „Im Kern unseres internationalen Geschäfts geht es darum, Energieprojekte auf den Weg zu bringen, die die Energiewende direkt unterstützen, bzw. durch Energieeffizienzmaßnahmen deutlich die Reduzierung des Verbrauches an Elektroenergie zu sichern", sagt Krause. Dass der frühere CDU-Politiker, der noch immer mit seiner Parteifreundin, Bundeskanzlerin Angela Merkel, ein vertrauensvolles Miteinander pflegt, sich ausgerechnet in der Ukraine und in anderen Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion wirtschaftlich engagiert, hat wohl auch durch die DDR geprägte historische Wurzeln. Während Merkel vor dem deutschen Bundestag die Ukraine als „Diktatur" bezeichnete, in der die Menschen noch immer leiden müssten, sieht Krause in der früheren Sowjetrepublik beste Chancen für einen wirtschaftlichen Aufschwung marktwirtschaftlicher Prägung. Dabei wolle er über alle Parteigrenzen hinweg agieren. „Zur Eröffnung des neuen IBP-Büros in Kiew waren, nach ukrainischem Brauch üblich, auch Priester der Orthodoxen Kirche zur Segnung des Büros anwesend. „Von hier aus werden wir rein kommerzielle Projekte sowie die Erzeugung von Erdöl aus kohlenstoffhaltigen Abfällen als auch Projekte zur weiteren Gestaltung von wirtschaftlichen Entwicklungsprozessen führen", berichtet Günther Krause.

 

Schon der Sommer 2012 war bei der IBP GmbH und dem Internationalen Begegnungszentrum prall gefüllt mit Veranstaltungen im Sinne des Gedankens der europäischen Einigung. Was zu DDR-Zeiten während des Kalten Krieges eine Formel der Opposition war, nämlich aus Schwertern Pflugschare machen, nimmt der IBP-Geschäftsführer heute mit einem Projekt wörtlich, das ganz militärischer Natur ist. Es geht um die Nutzung deutscher Technologien zur Abrüstung und zur Verkleinerung der Armee in der Ukraine. Zu diesem Thema und über andere Vorhaben referierte Krause auf einem Kolloquium der IBP-Group in Kiew. Darüber hinaus befasste sich die Veranstaltung mit Fragen und Problemstellungen „zur Senkung von Erdölimporten durch den Aufbau von modernen Strukturen zur Erzeugung von Erdölsubstituten zur Reduzierung der Devisenkosten des Ukrainischen Staates". In Deutschland konnte Krause im August zum nunmehr 6. Sommerfest seines Unternehmens 135 Teilnehmer begrüßen - Geschäftspartner, Hochschulrektoren, Unternehmer, Geschäftsführer und Politiker aus dem In- und Ausland; darunter aus Äthiopien, China, Russland, der Ukraine, der Schweiz und aus dem Fürstentum Liechtenstein. Seit dem finden vor allem zwei Konzepte Krauses internationale Beachtung, um die sich die IBP GmbH aktuell kümmert. Zum einen wird hier die Frage der Speicherung von Elektroenergie in Erdöl, die im Prozess der Verflüssigung von festen Kohlenstoffverbindungen vollzogen wird, untersucht. Zum anderen geht es um die Nutzung von Farben, die zum Leuchten gebracht werden, ohne das Leuchtmittel in herkömmlicher Form eingesetzt werden.

 

Dass Günther Krause mit seinem europäischen Bemühen, die Wirtschaft der Ukraine mit voranzubringen, auf Erfolgskurs steuert, machte die Akademie der Wissenschaften der Ukraine deutlich. Sie verlieh ihm jetzt in Anerkennung seines Wirkens, unter den gegenwärtigen Bedingungen der Ukraine die Idee der „sozialen Marktwirtschaft in Deutschland" zu vermitteln, die Verdienstmedaille, die die höchste wissenschaftliche Auszeichnung des Landes ist. Krause selbst sieht sein Internationales Begegnungszentrum im fünften Jahr des Bestehens als erfolgreich etabliert, Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung von Brandenburg-Kirchmöser aus bekannt zu machen, und formuliert sein Ziel bis 2017 so: „Wir haben auf der Insel sehr gute Voraussetzungen, um nun den Aufbau eines Technologie- und Bildungszentrums mit den Partnern und Auftraggebern im In- und Ausland zu realisieren. Aber alles braucht seine Zeit, um Stück für Stück zu wachsen."

 

(Diese Reportage über die IBP GmbH erschien bei mdw im Dezember 2012