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Liebe Leser,

die Vereinigten Arabischen Emirate stehen für Innovation und Zukunft. Davon machte ich mir in diesem Sommer selbst ein Bild. Schon bei der Ankunft auf dem Flughafen lenkte die Werbung auf ein Superlativ: Die in der Hauptstadt Dubai im Jahr 2020 stattfindende EXPO soll in Größe und Umfang alles überbieten, was die Welt bisher woanders gesehen hat. Schon heute rechnen die Veranstalter mit 25 Millionen Gästen; 70 Prozent sollen aus dem Ausland anreisen.

Einen speziellen Stellenwert erhielt mein Urlaub aber auch deshalb, weil er in eine besondere Zeit fiel, die mir aus Deutschland nicht bekannt ist. Ausgerechnet im neunten Monat des islamischen Mondkalenders, in dem die Muslime fasten, habe ich mich in den VAE über die Geschichte des Landes, aber auch über seine Weltoffenheit und Globalisierung informieren können – und natürlich Ferien gemacht. Während des heiligen Monats, dem so genannten Ramadan, nehmen Muslime zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang weder Speisen noch Getränke zu sich. Aber auch alle Besucher islamischer Staaten werden während dieser Zeit gebeten, besser gesagt, gezwungen, sich diesem Ritual anzupassen und an öffentlichen Orten nicht zu essen, zu trinken oder zu rauchen. In der Regel ist Alkohol für Hotelgäste erst nach Sonnenuntergang erhältlich. Wer sich an diese Auflagen nicht hält, werde hart bestraft und könne sich gegebenenfalls sogar im Gefängnis wiederfinden, wurden wir Touristen gewarnt. Nun, meine Reisegruppe, vornehmlich mit Leuten aus Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg, setzte den Urlaub nicht fahrlässig oder vorsätzlich auf’s Spiel.

In meinem Heimatland ist das teilweise anders. Laut Statistik lebten zum 31. Dezember 2015 allein mehr als 1,5 Millionen Türken in Deutschland; insgesamt sogar mehr als 9,1 Millionen Ausländer – viele davon besitzen eine doppelte Staatsbürgerschaft und leben seit Jahrzehnten wie fast selbstverständlich ihre nationale Kultur zweigleisig aus. Einheimische Deutsche, die daran Anstoß nehmen, müssen sich oft sogar gefallen lassen, als Ausländerfeinde gebrandmarkt zu werden. Dabei ist gerade das Gegenteil richtig. Neuköllns früherer Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) hat sich soeben gegen eine doppelte Staatsbürgerschaft ausgesprochen. Im Inforadio des RBB begründete Buschkowsky die Position mit seinen Erfahrungen als Bezirksbürgermeister: „Ich habe zu oft gehört: Das ist was für die Deutschen. Wir Türken denken anders." Er geht sogar noch weiter und meint, die doppelte Staatsbürgerschaft verhindere Integration und damit Teil des anderen zu werden. Wer mit dem zweiten Pass in der Tasche rumrennt, könne sich immer so positionieren, wie er will. Der Doppelpass ist die Entscheidung, so Buschkowski: „Ich gehöre hier nicht her."

Das gerade von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) vorgestellte neue Sicherheitspaket, das ein Burka-Verbot und die Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft thematisiert, sollte deshalb nach meiner Überzeugung kein langatmiger und vielstimmiger Diskussionskanon werden, sondern eine Handreichung zur praktischen Tat. Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) unterstützt Forderungen nach einem Burka-Verbot. „Andere Nationalstaaten haben das, dort wird es umgesetzt – ohne jede Aufregung." Es sei keine Maßnahme gegen Terror, sondern eine Frage, wie Integration gesellschaftsfähig gemacht werde. Berlins Innensenator Frank Henkel, der auch CDU-Spitzenkandidat für die Wahl zum Abgeordnetenhaus im September ist, bringt es auf den Punkt: „Die Burka ist ein Käfig aus Stoff, und eine doppelte Loyalität gibt es nicht."

Die Bundesregierung, so sehe ich das, ist aufgefordert, zu handeln: die doppelte Staatsbürgerschaft schnellstens abzuschaffen und das Burka-Verbot umgehend durchzusetzen. Also Menschen mit doppeltem Pass, die hier bei uns leben und die sich nicht für die deutsche Staatsbürgerschaft entscheiden wollen, umgehend auszuweisen. Es geht um die Akzeptanz unserer Kultur, und darauf haben wir Deutschen einen durch die Verfassung garantierten Anspruch!

 

Ein herzliches Glück auf!

André Wannewitz