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Wohnungen durch Rückbau und Sanierung aufgewertet

Mit dem Bau eines Kernkraftwerkes ab 1974, das allerdings nie in Betrieb gehen sollte, erlebte die Hansestadt Stendal einen spürbaren Einwohnerzuwachs, der bis 1989 auf mehr als 50 000 Menschen anstieg. Nach der Wiedervereinigung mussten die Verantwortlichen in Stendal Neuland betreten und gehörten zu den Pionieren des Stadtumbaus. Rückbau kompletter Plattenbausiedlungen, umgehende Sanierung und Wiederaufbau der vom Zerfall bedrohten Altstadt bestimmen seit einem Vierteljahrhundert das Bild der Metropole der Altmark im Norden Sachsen-Anhalts.

Die Stendaler Wohnungsbaugesellschaft mbH als ein kommunales Unternehmen schultert einen Großteil der Stadtsanierung in Stendal und wäre dabei vor Jahren fast selbst in die Insolvenz gerutscht. Zu Beginn der 2000er Jahre war das Unternehmen, mit damals mehr als 7 000 Wohnungen, vor allem aufgrund des Leerstandes von mehr als 30 Prozent, in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. Durch einen intensiven Sanierungskurs konnte das Unternehmen um das Jahr 2010 wirtschaftlich weitestgehend stabilisiert werden. Ein wesentlicher Bestandteil des Sanierungskonzeptes war der Rückbau von etwa 3 000 Wohnungen. Heute besitzt die SWG noch etwa 4 000 Wohnungen, die zwischenzeitlich intensiv aufgewertet wurden. Dazu gehörte sowohl die energetische und optische Modernisierung, als auch in den letzten Jahren die Anpassung an den demografischen Wandel.

Im Rahmen dieser Zielstellung begann im Jahr 2011 die Umgestaltung des sogenannten „Tiergartenviertels“. Das heutige Tiergartenviertel war bis dahin ein Straßenzug mit 827 Wohnungen in Stendals größtem Plattenbaugebiet „Stadtsee“. Dieser Straßenzug zeichnete sich vor allem dadurch aus, dass die Gebäude hier vollständig unsaniert waren, einen überdurchschnittlich hohen Leerstand hatten und in einigen Objekten ein relativ schlechtes soziales Niveau vorherrschte. Für das Gebiet sprachen seine Lage zum Stadtsee und der Altstadt und die guten infrastrukturelle Anbindungen. In einem Zeitraum von drei Jahren wurden in diesem Gebiet mehr als neun Millionen Euro durch die SWG investiert. Dies geschah ohne Verwendung von Fördermitteln und ohne Kreditaufnahme. Bei allen Investitionen wurde die demografische Entwicklung im Auge behalten.

Die Investitionen führten zu einer deutlichen Revitalisierung des Gebietes. Der Leerstand ging zurück, während sich das soziale Niveau im Quartier deutlich verbesserte. Heute leben hier viele Senioren, von denen einige ihr Eigenheim verkauft haben, um die Vorteile des auf altengerechtes Wohnen orientierten Wohngebietes zu nutzen. Die hohe Akzeptanz des Tiergartenviertels unter Neumietern kommt nicht zuletzt auch durch die intensive Einbindung anderer Dienstleister zustande. So konnte eine Tagesbetreuung für Demenzerkrankte der Bürgerinitiative Stendal im Gebiet errichtet werden. Es gibt eine Tagespflegeeinrichtung einer Sozialstation und in unmittelbarer Nähe umfangreiche medizinische Betreuung, Einkaufsmöglichkeiten und eine Grundschule.