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Wasser gegen Burnout

Von Eberhard Aurich

„Ist das eine Ruhe und Beschaulichkeit hier, das muss doch jemand mit Burnout wieder auf die Beine bringen", sagte mir jemand beim Gang durch die barocken historischen Kuranlagen von Bad Lauchstädt. Dieser Eindruck ist tatsächlich erstaunlich, weil die Anreise vorbei an den mächtigen Industrieanlagen von Merseburg und Schkopau und durch die etwas hektische Großstadt Halle/Saale in eine beseelte Ruhe führt.

Der zitierte Besucher wusste jedoch nicht, dass auch dem Sigma-Zentrum in Bad Säckingen/Baden-Württemberg diese Idee vor einiger Zeit gekommen ist. Wie die Mitteldeutsche Zeitung vor einiger Zeit meldete, will der Investor den „Lauchstädter Heilbrunnen" für etwa sieben Millionen Euro zu einer „Oase der Gesundheit" umbauen, in der sich unter anderem ausgebrannte Manager und Beamte erholen sollen. „Wir wollen eine gehobene Patientengruppe behandeln, die in einer Lebenskrise steckt", erzählte Prof. Dr. Christoph Bielitz, der Direktor der Klinik. Das passt doch irgendwie zur Geschichte des Ortes als „kursächsisches Luxus- und Modebad" für den Adel Sachsens, Preußens, Anhalts und Thüringens, denn schon vor 200 Jahren lustwandelten hier Johann Wolfgang von Goethe und seine Frau Christiane Vulpius (deren Bronzebüste im Kurpark vor einiger Zeit leider geklaut wurde), Friedrich Schiller und später Richard Wagner mit ihren jeweiligen Geliebten, der Besucher ist von Erinnerungstafeln im Ort umstellt. „Auch die Heilquelle wird gesichert", sagte Bielitz. In einem Erkerhaus südlich des Verwaltungsgebäudes soll demnach ein öffentlich zugänglicher Trinkbrunnen gebaut werden. Im besten Fall solle der Baustart bereits 2014 erfolgen. Wie der Sprecher des Insolvenzverwalters, Sebastian Glaser, der Zeitung sagte, sei der Kaufvertrag für das Areal im Zentrum der Goethestadt noch nicht unterschrieben. Sobald aber alle behördlichen Genehmigungen vorliegen, sollen die Verhandlungen jedoch abgeschlossen werden. Nach Angaben des Landratsamtes hat der Investor bereits eine entsprechende Bauvoranfrage beim Landkreis gestellt, die inzwischen positiv beschieden worden sei. Auch die Bürgermeisterin der kleinen Stadt, Ilse Niewiadoma, ist happy, gibt das doch ihrer Stadt eine neue Perspektive.