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Ostinstitut etabliert Russland-Tag in Mecklenburg-Vorpommern

Von Vorstand Prof. Dr. Andreas Steininger, Wismar

Vor etwa sechs Jahren wurde das „Ostinstitut/Wismar" (www.ostinstitut.de) ins Leben gerufen. Die Idee zur Gründung eines mit osteuropäischem und insbesondere russischem Wirtschaftsrecht befassten Institutes ergab sich vor allem daraus, dass viele vergleichbare universitäre Einrichtungen in den vergangenen Jahren zurückgefahren oder gar ganz eingestellt wurden.

Eine der wichtigsten Zielsetzungen des Instituts besteht darin, eine praxisnahe Ausbildung von Studenten im Recht und in der Wirtschaft der Ostsee-Staaten, insbesondere aber auch Russlands, zu gewährleisten und Unternehmen, die in Russland tätig sind, qualifiziert ausgebildetes Personal zur Verfügung zu stellen. Mit der Spezialisierungsrichtung „Rechtspraxisprogramm Unternehmensberatung Russland" können sich Studierende des Masterstudienganges Wirtschaftsrecht auf russisches Zivil- und Wirtschaftsrecht fokussieren.

In diesem Zusammenhang haben wir auch eine Kooperation über den Austausch von Studenten und Wissenschaftlern mit einer der größten Wirtschaftshochschulen Russlands (Plechanov Institut Moskau) sowie mit der juristischen Fakultät der Universität St. Petersburg geschlossen. Im Rahmen der Kooperation mit dem Moskauer Plechanov-Institut ist es uns auch gelungen, einen Doppelstudiengang einzurichten, so dass Studierende unserer Hochschule, die sich im Masterstudiengang Wirtschaftsrecht auf russisches und osteuropäisches Recht spezialisiert haben, ein Semester in Moskau absolvieren und einen russischen Abschluss (Master of Science) erlangen können.

Es handelt sich um den einzigen Doppelstudiengang zwischen Russland und Deutschland, bei dem die Studierenden Abschlüsse beider Ländern erhalten.

Ein weiterer Schwerpunkt der Tätigkeit des Instituts besteht darin, rechtliches und wirtschaftliches Wissen über die Staaten des Ostseeraums und insbesondere Russlands zu sammeln und dieses sowohl wissenschaftlich als auch mit Blick auf die Praxis für die Wirtschaft aufzubereiten.

Ferner gibt das Institut seit Anfang des Jahres 2014 auch eine Internet-Zeitschrift heraus, im Rahmen derer aktuelle Informationen zu Wirtschaft und Recht in Osteuropa und insbesondere Russland sowie wissenschaftliche Aufsätze publiziert werden (siehe www.ostinstitut.de/publikationen). Die Zeitschrift ist mittlerweile bei der deutschen Nationalbibliothek unter einer ISSN-Nummer registriert, so dass die dort erscheinenden Aufsätze wissenschaftlich zitierfähig sind. Ziel ist es, mit diesem Publikationsorgan in den nächsten Jahren auch international aufzutreten.

Darüber hinaus ist unser Institut Veranstalter verschiedener Tagungen und Seminare. Zum einen haben wir vor drei Jahren den „Russland-Tag" Mecklenburg-Vorpommern ins Leben gerufen, der sich mittlerweile als wichtige Plattform des wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Austausches zwischen Russland und Deutschland etabliert hat; beim letzten Russland-Tag in Rostock im Mai 2016 konnten wir mehr als 650 Teilnehmer, darunter den Bundesminister für Wirtschaft der Bundesrepublik Deutschland und den Minister für Handel und Industrie der Russischen Föderation begrüßen.

Zum anderen veranstalten wir einmal im Jahr die sogenannten „Wirtschaftspolitischen Gespräche des Ostinstitutes, bei welchen Experten aus Politik, Rechtswissenschaft und Wirtschaft die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und Deutschland diskutieren. Die letzten „Wirtschaftspolitischen Gespräche", die im September 2016 in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern in Berlin stattfanden, standen unter der Überschrift „Was wollt Ihr eigentlich?". Hierbei sollten die Vertreter aller im Bundestag vertretenen Parteien und der FDP, der mit Russland und Osteuropa befassten Verbände sowie der Wissenschaft darlegen, wie sie sich die Beziehung zu Russland in der nächsten Zeit vorstellen. Hierbei ergab sich ein umfassendes Kaleidoskop fast aller in Deutschland zu Russland vertretenen Meinungen und Positionen.

Das Institut hat einen Vorstand, der aus neun Mitgliedern besteht. Vorstandsvorsitzender bzw. Präsident des Instituts ist der ehemalige Wirtschaftsminister und Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen Wolfgang Clement, der auch Mitbegründer des Institutes ist. Ich selber bin geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Institutes. Darüber hinaus sind auch wesentliche Persönlichkeiten aus der Industrie (so etwa Dr. Ties Thiessen, Vorstand Wintershall), aus dem Land Mecklenburg-Vorpommern (Andrea Herrmannsen, Vertreterin der Regierung Mecklenburg-Vorpommern) oder der Wissenschaft (Professor Dr. Otto Luchterhandt, Professor Dr. Hans Henning Schröder) vertreten.

Zu den ständigen Mitarbeitern des Instituts gehören außer studentischen Hilfskräften auch noch Herr Professor Dr. Joachim Schramm, der ein ausgewiesener Ostrechtsexperte ist, sowie Dimitri Olejnik, der sowohl deutscher als auch russischer examinierter Rechtsanwalt ist.