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Exklusiv im mdw-Magazin: S.E. Wladimir M. Grinin

Botschafter der Russischen Föderation:

 

 

Liebe Leserinnen und Leser,

vor Ihnen ist die Sonderausgabe des Wirtschaftsmagazins mdw, die sich der Kooperation zwischen Russland und Deutschland, konkret dem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, widmet. Das Herangehen der Redaktion, die in den für die bilaterale Zusammenarbeit schwierigen Zeiten dieses Thema aufgreift, ist nur zu begrüßen. In Artikeln, die Ihrer Aufmerksamkeit unterbreitet werden, geht es u.a. um Fragen, die sowohl für Russland als auch für Mecklenburg-Vorpommern von besonderer Relevanz und Aktualität sind. Es geht um unsere Wirtschaftsbeziehungen, die auf regionaler Ebene unter Sanktionen am stärksten leiden.

Diese Problematik taucht in den Headlines nur selten auf. Die jüngsten Entwicklungen der Zusammenarbeit mit Mecklenburg-Vorpommern demonstrieren aber, dass unser Mitwirken, das früher gewissermaßen nur eine regionale Bedeutung hatte, auch für Schlagzeilen in den deutschen Mainstream-Medien sorgen kann.

Zum ersten Mal geschah es im Jahre 2015, als die Landesregierung in Schwerin und die lokale Wirtschaft die Entscheidung trafen, die 2002 geknüpfte Partnerschaft mit dem Gebiet Leningrad wieder zu beleben. Zum zweiten Mal – als der Vizekanzler Sigmar Gabriel am 25. Mai 2016 in Rostock während des Russlandtages Klartext sprach und aufrief, die Sanktionen gegen Russland, die auch der deutschen Wirtschaft schaden, Schritt für Schritt aufzuheben. Gleichzeitig stellte der auf der Konferenz anwesende Industrieminister Russlands Denis Manturow die verbreiteten Spekulationen bloß, auf dem russischen Markt gebe es angeblich Beschränkungen für ausländische Unternehmer. Der lang anhaltende Beifall von mehr als 600 Teilnehmern aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft Deutschlands und Russlands bewies damals, dass der von uns eingeschlagene Weg zur Wiederaufnahme des Dialogs zwischen beiden Ländern völlig richtig, wenn auch holprig ist.

Ich bin überzeugt, dass der nächste für den Frühling 2017 angesetzte Deutschlandtag im Gebiet Leningrad zum Wiederaufbau des teilweise verloren gegangenen gegenseitigen Verständnisses einen wesentlichen Beitrag leisten wird. Die Wichtigsten sind dabei vielleicht gar nicht die praktischen Ergebnisse solcher Veranstaltungen. Sondern eher die zwischenmenschlichen Kontakte. Deutsche Geschäftsleute und andere Delegationsmitglieder sehen mit eigenen Augen, dass wir nicht so weit voneinander entfernt sind. Sie lernen Russen – Jugendliche und Erwachsene – kennen, die die eigene Geschichte, Werte und Kultur respektieren und gleichzeitig weltoffen sind. Und umgekehrt. Offene und spannende Diskussionen während solcher Geschäftsreisen demonstrieren sowohl viele Gemeinsamkeiten, als auch spürbare Meinungsverschiedenheiten.

Dabei verstehen wir aber alle, dass jeweilige politische Diskrepanzen nicht zum Vorwand genommen werden dürfen, eine langjährige erfolgreiche Kooperation in Frage zu stellen. Werden wir die wieder entstandenen trennenden Gräben überwinden, wird die Zukunft des ganzen Kontinents auch sicherer sein.